Dienstag, 11. März 2014

Billig-Fahrräder bei Aldi: Schrott oder Schnäppchen?

Ja, ich kaufe bei Aldi. Ich kaufe auch bei  Lidl. Ich gehe hin und wieder in Euroshops und kaufe 1-Euro-Waren. Wenn Aldi und Co. wegen ihrer fragwürdigen Marktmacht kritisiert werden, gehe ich auf Distanz zu den Discountern.. Wenn Lidl einen Liter Milch für 49 Cent verramscht, nehme ich mir vor, dort nicht mehr einzukaufen, weil ein Bauer mindestens 60 Cent Kosten hat. Und dann sind da ja noch die Arbeitsbedingungen mit rigoroser Überwachung und so. Also, Lidl, Kik und Co. sind immer wieder ein heisses Diskussionsthema. Soll man da einkaufen? Darf man da einkaufen? Seit gestern stellt sich die Frage gleich doppelt: Denn Aldi hat mal wieder billige Fahrräder im Angebot - 249 Euro für ein gut ausgestattetes City/Tourenrad aus Alu. Wer bietet weniger? Soll man da zuschlagen? Oder ist das fabrikneuer Schrott? Dazu ein paar Gedanken!
Querverweis: Testtagebuch eines Aldi-Cityrades
Der Fachhandel wird stöhnen: 249 Euro für ein neues Fahrrad. Das können normale Radläden nicht kontern. Ein Fahrrad vom Discounter ist eine reizvolle Sache, weil preislich extrem verlockend. Genau wie Computer, Dampfstrahler oder Möbel. Saisonale Nonfood-Artikel sind für Aldi und seine Konkurrenten ein gigantisches Geschäft.

Jede Filliale kriegt mindestens fünf Räder, bei tausenden von Fillialen bundesweit dürften die Aldi-Verhandler den Einkaufspreis auf 50 bis 100 Euro drücken; bei einem VK von 249 Euro ein gutes Geschäft. Auch für den Aldi-Kunden. Bekommt er doch scheinbar ein schönes, modernes, leicht  laufendes Fahrrad mit guter Beleuchtung und namhaften Anbauteilen. Nabendynamo, 7-Gang-Nexusschaltung von Shimano, griffige Bremsen, LED-Beleuchtung mit Standlicht vorn und hinten, Alurahmen, Gelsattel mit gefederter Sattelstütze,usw. - das alles als 28er Herren- oder Damenrad. Oder als 26er. Oder als 28er Tiefeinsteiger.  Was will man mehr? Auf den ersten Blick stimmt das viel gerühmte Preisleistungsverhältnis. Wer die Teile einzeln einkauft, müsste deutlich mehr bezahlen. Die Aldi-Knüller lösen zu recht für viele einen enormen Kaufreiz aus.

Klar, das Rad reicht, um damit zum Bäcker zu fahren. Doch echte Qualität sieht anders aus. Ich habe mir die Räder heute kurz vor Ladenschluss angeschaut. Besonders die Qualität der Schrauben und Züge lässt daraus schließen, dass sie unter Wettereinfluss leiden werden. Vor allem die mechanische Beanspruchung wird den Aldi-Rädern auf Dauer nicht gut tun. Und wenn dann etwas zu reparieren ist, wird der Schrauber mächtig fluchen. Spannend wäre ein Dauertest im Alltag mit so einen Billigst-Rad.

Dazu habe ich aber keine Lust, denn diese Art von Fahrrad macht zumindest mir keinerlei Freude. So ein Discount-Angebot versprüht einfach keinen Charme. Es lässt mich kalt. Null EMmotionen. Ich verurteile keinen, der sich so etwas kauft. Aber Spass am Rad und Zuverlässigkeit sehen anders aus. Für mich sind die Discount-Räder darum in der Tat fabrikneuer Schrott. Das sind quasi Wegwerfartikel für den Schnellkonsum. Ich lehne das beim Fahrrad vehement ab.

Für 100 bis 150 Euro kriegt man in Kleinanzeigenbörsen auch ein altes Stahlrrad mit F&S-3-Gang-Nabe. Wenn man dann noch 50 bis 100 Euro investiert, fährt man ein robustes Alltagsrad und coolen Klassiker. Nur Mal so als Überlegung.

Übrigens hat Lidl ab 13.03. ebenfalls Fahrradzubehör im Programm. Wird hält Frühling und die Discounter nutzen das geschickt aus. Penny, Netto und Kaufland werden folgen. Wetten? 

Kommentare:

  1. Interessante Argumentation Ihrerseits. Die gleiche Diskussion gab es auch schon im MTB-Forum (wg. Mckenzie Rädern = Cyco = MiFa).
    Wenn das Problem aber nur Schrauben und Seilzüge sind, dann ist das ein EUR 10,- Problem für den Umtausch.
    Ich hatte auch über die Cyco gelästert wg. Schrott ab Werk.
    Aber meine Nachbarinnen haben Rixe, Kettler und Feldmeier zum 2-3 fachen Preis. Die Räder waren genauso schwer und nach 1 Jahr Betrieb (stehen draussen) genauso defekt. Nicht wg. Rost, sondern überall fallen/brechen die Teile ab.
    Im Prinzip ist man mit einem Cyco und Austausch relevanter Teile besser und billiger dran.
    Und den Ratschlag mit Stahlrad und ollen Fichtel Sachs hatte ich auch schon wahr genommen. Das war dann aber wieder ein schweres Stahlteil mit funktionslosen U-Brakes im Regen, grauenhafter Schaltung und einer rückenschmerzenden Geometrie.
    Da merkt man dann schon den Fortschritt der letzten 20 Jahre.
    Nur so meine Gedanken...

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  2. Danke für den Kommentar. Ich sehe das Thema inzwischen auch differenzierter. Die angesprochenen Rixe, Kettler etc. sind möglicherweise trotz höherem Preis wirklich nicht besser. Wahrscheinlich ist es wie mit vielen Aldi/Lidl und Co-Produkten: Sie stammen aus der gleichen Quelle wie die vermeintliche Markenware.

    Dieser Tage sehe ich fast überall in den großen Einkaufsmärkten Billig-Fahrräder im Angebot. Vielleicht sollte man so ein Teil wirklich mal testen, mit Salzwasser bestäuben und hart ran nehmen, um eine fundierte Ausage treffen zu können. Was in jedem Fall bleibt, ist das hohe Gewicht. Das allein ist für mich aber kein KO-Kriterium.

    Die Resonanz auf dieses Thema ist unerwartet groß, so dass ich mich bei Zeiten nochmals damit beschäftigen werde.

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  3. Übrigens gab es einen Monat später noch ein Curtis-Rad beim Aldi. Hier liegt der Preis bei 299 €. Ich find das Rad nicht schlecht. Gefiel mir auch vom Design her besser als das erste. Alle Anbauteile auch von guter Qualität. Es wiegt auch nicht so viel wie das erste Aldirad. Klar müssen die Teile eine gewisse Qualität haben, aber viel wichtiger ist noch die Wartung. Ein komplett rostiger XT-Antriebsstrang kann nie so gut funktionieren wie ein gut geölter Alivioantrieb. Hängt also auch viel von der Bereitschaft zur Pflege des Rades seitens des Besitzers ab.

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  4. Stimmt. Gute Pflege ist sicherlich ein entscheidender Faktor. Aldi Nord hat ab 28. Mai übrigens Alu-Falträder von Curtis im Programm. Das, was ich in der Werbung gesehen habe, sieht vielversprechend aus. Preis: 189 Euro.

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  5. Fahre seit 4 Wochen das 29´er MTB von Aldi. 599 € für ein Hardtail, da kann man über 14,2 Kg zur Not hinwegsehen. Geschaltet wird mit einem Mix aus DEORE und XT, da kann man nicht klagen. Eine Luftgabel kann man in der Preisklasse nicht erwarten. Die Stahlfeder mit Lenker-Lockout von SunTour spricht aber sehr gut an. Verglichen mit ähnlich ausgestatteten Bikes hat man rund 400 - 600 € gespart!!!
    An meinem ist allerdings bereits ab Werk die hintere Bremse nicht entlüftet und die HR Nabe defekt. Und damit fängt der Ärger an. Das Rad wurde abgeholt, kam aber unrepariert, dafür beschädigt zurück.....
    Was also am Kaufpreis gespart wurde, ist die Gewinnspanne, die der Fachhändler sonst erzielt, der dafür aber bei Reklamationen sofort und vorallem kompetent reagieren und nachbessern kann.

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  6. Hallo lieber Aldi-MTB-Tester!
    Danke für Deinen ausführlichen Kommentar. den ich sehr wertvoll finde. Vor allem was den Service nach dem Kauf angeht. Ich hatte mich bei Aldi Nord nach Probefahrtmöglichkeiten erkundigt. Das sei nicht möglich, kam als Antwort und Aldi verwies darauf, dass eine Rückgabe innerhalb der gesetztlichen Frist jederzeit möglich ist.

    Das Aldi-Thema wird auf meinem Blog sehr gut geklickt; es scheint also auf breites Interesse zu stossen. Darum nochmals danke für Deinen Erfahrungsbereicht.

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  7. Sehr gerne!
    Im Übrigen wurde das beschädigte Rad ausgetauscht. Leider hat auch das neue Rad die selben Defekte. Eiernder Freilauf, rubbelnde HR Nabe, HR-Bremse ohne Druckpunkt. Es scheint sich also um ein Serienproblem zu handeln.
    Versierte Schrauber mögen noch abwägen, ob sie die Bremse selber entlüften und eine neue Nabe kaufen und einspeichen (mir widerstrebt es, weil ich bei Neuware intakten Zustand erwarte), die eigentliche Zielgruppe - der gemeine Aldi-Kunde - wird dazu i.d.R gar nicht über das technische Know How verfügen.
    Fazit: Schade. Aldi hatte es in der Hand sich mit den MTB`ern eine neue Zeilgruppe zu sichern. Mich hätte es gefreut. Schließlich hätten andere Händler und Hersteller zwangsläufig nachziehen müssen. Das wäre eine Revolution im völlig überteuerten Fahrradmarkt gewesen. SO allerdings, wird das nix.

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  8. Die XT mit eierndem Freilauf gibts auch bei deutlich teureren Fahrrädern...

    Ein MTB würd ich da nicht kaufen... Mit nem 08/15 City oder Treckingrad mit Stahlrahmen schaut das anders aus.

    Allerdings sollte man hier wie bei jedem (Versand)Rad auch erstmal möglichst alle Schrauben kontrollieren/nachziehen. Bei Rädern für 500 oder 750€ ist das nicht zwangsläufig besser.
    Optimalerweise auch die Speichen, das Innenlager, und wenn es möglichst lange halten soll/muss auch gleich mit Fett und Pasten etc. drübergehen.
    Die Dinger werden nunmal in sonstwo schnell im Akkord zusammengeschraubt.

    Das wird kaum ein Käufer machen, Die letzten 15 Generationen dieser Räder sieht man auf allen möglichen Bahnhofsständern, sie werden nicht gepflegt und den meisten Leuten reichts wenn sie zusammengepfuscht nur irgendwie Rollen.

    Was "billig" ist wird in der Statuskonsumgesellschaft nicht wertgeschätzt und entsprechend behandelt. Mit gebrauchten Kleinwagen schauts genauso aus, ein Inder der sich nen Dacia oder Suzuki vom Mund absparen muss der macht oftmals die Einstiege mit Wattestäbchen sauber. In Deutschland kann man froh sein wenn die Glühbirnen und Reifen wenigstens getauscht werden wenn sie runter sind.

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  9. Von einer XT Nabe war nie die Rede. Was einem so alles in den Mund gelegt wird :) :) :)
    Ist eine Quando Nabe. Nie gehört? Ich vorher auch nicht. Stammt aus Taiwan (oh, oh).
    Quando baut, genau wie shimpanso, Naben aller Preis- und Güteklassen.
    Die eiernden Freiläufe bei Naben mit Konuslagern (u.a. Shimano und eben Quando) sind bekannt. ABER nicht hinnehmbar. Schon gar nicht im Neuzustand.


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  10. "Die eiernden Freiläufe bei Naben mit Konuslagern (u.a. Shimano und eben Quando) sind bekannt. ABER nicht hinnehmbar. Schon gar nicht im Neuzustand."

    Ist nicht "schön" ja... aber in der Preisklasse (und wohl auch für das doppelte) muss man wohl damit leben...

    Wahrscheinlich dürfte es den meisten "normalo" Radfahrern nichteinmal auffallen weil das für die schon immer so wahr. - Angesichts dessen das oft immernoch 2/3 Nachts ohne Licht rumfahren dürften die Ansprüche nach einen "perfekten" Freilauf entsprechend niedrig liegen...


    hier ein Video das genauer auf das Thema eingeht.
    https://www.youtube.com/watch?v=OI6JxL-zjXc


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    1. Na auf DEIN Gesicht bin ich gespannt, wenn der VW Händler Deine Reklamation wegen eines flatterndem Lenkrad mit: "...in der Preisklasse muss man damit leben-ist schließlich kein Mercedes", abtut. :)
      Das bedingt durch den Preis qualitative Unterschiede normal sind - klar.
      Keramiklager rollen besser, halten länger etc. Alu ist leichter als Stahl usw. SOLCHE Unterschiede sind es, die den Preis bestimmen.
      Wenn ein Bauteil jedoch ab Werk eiert, ist es definitiv nicht vernünftig gefertigt. Denn es funktioniert nicht so, wie es eigentlich sollte. Entweder ist es fehlerhaft hergestellt, oder es weist konstruktionsbedingte Mängel auf. In beiden Fällen ist es jedoch nicht mangelfrei und darf/sollte nicht in den Verkauf gehen.

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  11. Hallo,
    ich selbst besitze mehrere Fahrräder, darunter ein Scott Scale 35 was recht preisintensiv war - weil Carbon.. Im Aldi erwarb ich dann vor kurzem ein Curtis mit Kettenschaltung, mit diesem bin ich jetzt schon fast 2000km gefahren, Ostsee, Nordsee (von Chemnitz aus), bei jedem Wetter. Das Bike ist etwas schwerer als die Konkurrenz, Rohloff ist auch nicht drin, aber alles was muss dran. Einzig von dem Schraubkranz trennte ich mich und speichte eine neue Nabe ein mit Kassettenfreilauf. Alles andere ist einfach Top! Wer ein wenig mit Fahrrädern zu tun hat und nicht alles in der Werkstatt reparieren lassen muss, kann bedenkenlos auf das Rad zurückgreifen.
    Übrigens, früher gab es nur Konuslager, wer diese entsprechend fettet und ab und zu mal das Spiel entfernt, hat sehr lange Freude daran. Nicht jedem Hype muss man folgen, wer nur mit Werten auf dem Papier umgeht und der Realität nicht ins Auge schaut ist wohl von der Medienlandschaft schon ein wenig verseucht. Ich sollte noch erwähnen dass mein Drahtesel auch mit 20kg Gepäck gut umgehen konnte, auch auf abenteuerlichen Radwegen. Vielleicht ist bei einigen auch die Erwartungshaltung zu hoch, es muss alles perfekt sein. Die haben einfach Pech gehabt, mir wäre das zu langweilig. Wenn die Grundsubstanz stimmt (Rahmen und Co sind voll okay), dann erweitere ich lieber ein Bike für 200 Euro (war heruntergesetzt von 300) als dass ich mir eines für 1600 mit Rohloff Komponenten kaufe und jährlich eine Wartung für viel Geld durchführen muss. So kann ich alles selbst bewerkstelligen und Komponenten tauschen wie ich sie brauche. Wie geschrieben, 2000km hat es runter und es hielt sogar Waldwegen stand mit groben Steinen, Schotter... Alles eine Frage der Einstellung und wie man das Bike behandelt. Daher sollte jeder seine Meinung vertreten wie er mag, ich bilde mir selbst meine Meinung und lasse mich davon nicht beeindrucken. Die Zahl der selbst ernannten Experten nimmt sowieso ständig zu...

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  12. Meine Frau hatte vor einiger Zeit von meiner Mutter deren 28" Kettler Damenrad geschenkt bekommen, womit aber immer ich fuhr, da es für meine Frau zu groß ist. Jetzt habe ich für uns beide auch jeweils ein Curtis gerkauft. Dieses Jahr sind sie 10 EUR teurer. Wir sind sehr zufrieden, die Räder sind nicht schwerer und auch sonst nicht schlechter als das Kettler, haben sogar ein paar Vorzüge. Ein guter Kauf.

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  13. Curtis werden in Sangerhausen zusammengeschraubt. Die bauen da schon ewig Fahrräder unter anderem unter dem Namen MIFA

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  14. Ich fahre Aldi Mifa Curtis schon seit rd. 2 Jahren, nunmehr seit 6000 km (jeden Tag 30km). Also ich bin zum überwiegenden Teil zufrieden. Heute ist mir eine erste Speiche gebrochen. Mal sehen, wo ich Ersatz herbekomme. Falls noch Interesse an weiteren Einzelheiten besteht s. Pedelec-Forum.

    Beste Grüße
    H.G.

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  15. Ich hab das letzte Angebot von Aldi - Curtis 28 Zoll mit Deore XT-Schaltung gekauft, wiege 130 kg, fahre jeden Tag zur Arbeit und zurück zusammen 12 km und an den Wochenenden ca. 80 - 100 km. Es schaltet butterweich, fast unspürbar, es läuft gut, es wiegt 2 kg weniger als mein Altes, ich bin weit schneller unterwegs als früher. Die Bremsen quietschen furchtbar, aber das lässt sich mit anderen Bremsbelägen für ca. 10 Euro leicht beheben. Ich würde es immer wieder kaufen, im Radhaus krieg ich für einen Hunderter mehr auch nur ein Prophete mit Acera-Schaltung, das mit Sicherheit kaum besser sein dürfte. Immer wieder gern

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  16. moin, bin auf der suche nach einem mountainbike für meine tochter hierüber gestolpert... ist ja schon etwas älter das thema, aber ich wollte noch mal meinen senf dazu ablassen. ich fahre schon immer discounterräder. mein letztes hat 7 jahre ohne schaden gehalten, bis es geklaut wurde (!), und das stand immer draussen. anfangs moutainbike, jetzt eher die mädchenvariante des cityrades, da ich überwiegend in der stadt unterwegs bin. natürlich muss man beim kauf sich das radel gut anschauen, aber nach meiner erfahrung reicht es für entspannte touren und das tägliche zur arbeit fahren sehr gut aus. für offroadtouren würde ich mir zugegebenermaßen auch kein 200-euro-rad von discounter & co holen - es kommt also m.e. immer auf den gebrauchszweck an. mein derzeitiges habe ich von kaufland und bin nach wie vor sehr happy damit. :) insofern würde ich von jeder pauschalisierten aussage abstand nehmen.

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  17. Sich ein Rad für 99 zu kaufen und dann Schlussfolgerungen auf den Rest des Discounter- Radmarktes zu schießen, ist reine Polemik.
    Natürlich bekommt man das, was man bezahlt. Wenn ich ein Aldi für 299 schieße, ist mir von Anfang an klar, dass dieses Ding nichts zum Protzen oder Schwärmen ist. Es sollte aber seinen Zweck dicke erfüllen, wenn man es nicht wie der Tester überwiegend draußen stehen lässt. Das macht auch keiner, der ein teures Rad besitzt.
    Mein altes Rad kostete vor 26 Jahren rund tausend Mark. Sicher war es sehr zuverlässig und hat bis auf Verschleißreparaturen keine Folgekosten verursacht. Nun ist das Schaltwerk klapprig, die Gangwahl Lotterie, das Tretlager macht Geräusche, der vordere Umwerfer spring schon mal allein auf das kleine Blatt etc. Ehe ich da Geld reinschieße, habe ich mir gestern noch einen Ladenhüter von Aldi geholt, es ist das Curtis Trekkingrad. Die Ausstattung ist ok, nach dem Montieren und Probefahren habe ich ein sehr gutes GEfühl. Wenn es nun keine 26 Jahre mehr hält, dann wäre ich übrigens 81 Jahre alt, würde es mich nicht wundern. Aber dann wird es wieder Zeit für einen Umstieg aufs Ebike....
    Ich traue dem Fahrzeug sogar Touren mitSack und Pack zu, der Gepäckträger und die Standstütze wirken ausgesprochen solide. Der Gangwechsel mit der Deore XT flutscht, Teleskop und Sattelflederstütze arbeiten gut ohne Einarbeitung. Habe ein gutes Gefühl...

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  18. Ich kann die selbsternannten Profiradkenner nicht mehr sehen (lesen). Immer diese pauschalierte Schlechtmacherei über die Discountersachen. Ich habe vor 2 Jahren das Aldi Trekking Rad gekauft und bin seither über 7000 km damit gefahren. Und die 20 km zur Arbeit sind nicht topfeben. Da gibt es genug Radsteine, Schlaglöcher und Bukelpisten. Das einzige was bisher ausgetauscht werden musste (auf Garantie) war das Hinterrad (Lager verschlissen). Das war vor ca. 1000 km. Sonst ist gar nichts dran, keine rostende Schrauben, keine defekten oder klemmende Züge und die Bremsen funktionieren auch noch einwandfrei. Ebenso die Schaltung und die Lichtanlage. Diejenigen, die alles kaputt bekommen, sollten sich mal fragen ob es wirklich am Material liegt.

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  19. Danke H.J Bröcker für die interessanten Hinweise. Vielleicht sind Discounträder besser als ihr Ruf und mein (Vor)urteil. Ich habe kürzlich Alsi und Penny Klapprad gegeneinander getestet. Die Auswertung und Beurteilung steht noch aus.

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  20. Ich habe gestern mein Aldi Trekking Rad, das ich vor acht Jahren gekauft hatte, bei ebay verkauft und konnte in die Angebotszeile schreiben: "Wie neu!" Acht Jahre lang mit ich mit meinem Trekki über Felder und Wiesen, habe es tagelang im Freien stehen gelassen und viel zu oft fallen lassen. Das Rad hat Gewichte geschleppt, die ich noch nie einem Drahtesel zugemutet habe, denn andere wären prompt zusammengebrochen. In den acht Jahren, die ich das Rad gefahren bin, war es kein einziges Mal in einer Werkstatt und musste auch nicht von mir repariert werden. 269,- Euro habe ich damals bezahlt. Und jeden einzelnen Cent ist dieses Rad wert. Bin von Aldi-Rädern dermaßen begeistert, dass ich mir heute sofort bei Aldi Nord ein City Rad gekauft habe, das mich schon auf der Heimfahrt total begeistert hat.

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  21. Hallo, ich habe heute bei Aldi ein Curtis 28" Citybike für den Zeltplatze gekauft, damit ich einen fahrbaren Untersatz habe, wenn mein Steppenwolf zu Hause bleibt.
    Gestern Abend habe ich mir das Rad im Laden angesehen und war ganz angetan davon. Oft hat man bei den Discounträdern eine Markenschaltung und der Rest ist Chinazeug. Hier war aber alles stimmig. Nexus 7, Shimano-Nabendynamo, Axa-Beleuchtung, SelleRoyal-Sattel, venünftiger Lenker, Bremsgriffe mit guter Haptik. Kurz, das Rad ist in Ordnung. Wer über Kungsbacka nach Finisterre radeln will und deshalb mit einem Utopia liebäugelt, ist definitiv kein Kunde für dieses Rad. Die Meisten, die sich ein Curtis kaufen, kennen aber Utopia nicht und würden auch nie soviel Geld für ein Fahrrad ausgeben. Ein Hyundai i30 ist kein schlechtes Auto, nur weil es auch einen Porsche Cayenne gibt.
    Nachdem ich also die Endmontage bewerkstelligt hatte,habe ich meine erste Probetour gemacht. Positiv fiel mir die Fahrstabilität auf. Das bike fährt sich knackig. Die Schaltung arbeitet butterweich (wenn man weiß, dass man eine Nexus nicht unter Last schalten darf). Die Bremsbelege scheinen mir zu hart zu sein. Die gefederte Sattelstütze ist... na ja. Hier muß ich aber wieder einräumen, dass die SittingBull und der Brookssattel, die ich gewohnt bin, soviel gekostet haben wie das ganze Curtis. Und das ist, glaube ich, der Maßstab. Diese Räder werden definitiv nicht für 50 oder 100€ eingekauft. Der Profit für Aldi liegt mit Sicherheit in der Kundenaufmerksamkeit und nicht in der Handelsspanne.
    Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass das zulässige Gesamtgewicht bei 120kg liegt. Zieht man die 19,4kg für's Fahrrad ab, bleibt genug Zuladung für einen einsachtzig großen Mann. Das unterscheidet das Curtis deutlich von anderen Discounterangeboten, bei denen das Systemgewicht oft bei 80kg liegt. Darüber hinaus, nehme ich eine 10-jährige Garantie auf den Rahmen und eine 3-jährige Garantie auf die übrigen Teile eines deutschen Markenfahradherstellers, der seit 1907 existiert, durchaus ernst.
    Von Schrott ab Werk kann imho nicht die Rede sein.

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  22. Also ich bin eben mit einem geliehenem Curtis Rad gefahren und mir is bei Tempo 30 der Hebel für die hintere Bremse gebrochen. War n riesen Spaß...

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  23. Hallo,
    ich habe mir im April spontan das Treckingrad von Aldi für 299€ gekauft. Es fährt sich gut aber nach wenigen Kilometern ( ca. 400) habe ich bei jeder halben Umdrehung ein Knacken im ( vermutlich) Mittellager. Jetzt kann ich mich mit der Garantie ( Aldi nimmt die Fahrräder ja nicht zurück) rumärgern.

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  24. Hallo Leute,
    ich habe ein Aldi Fahrrad 2010 gekauft. Ich fahre täglich 30km bei Wind und Wetter und auch Winter. Das Fahrrad ist einfach super. Es läuft und läuft. Gewechselt habe ich bis jetzt die Bremsbacken und den Kettensatz komplett 3x. Das fällt bei mir unter normalen Verschleiß. Bezahlt habe ich 279 EUR. Das Fahhrad ist seinen Preis allemal Wert und ich würde immer wieder von Aldi kaufen.

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  25. Man bekommt was man kauft, ein günstiges Fahrrad, nicht mehr, aber aber auch nicht weniger. Ich habe ein cyco 28" Cityrad mit Nabenschaltung. Ich nutze es jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit, früh 4km runter, abends fast nur bergauf. Die Schaltung funktioniert prima und arbeitet präzise, nur nicht unter Last, aber wenn man ein Gefühl dafür hat gehts. Die Gabel funktioniert auf leichten wegen ganz gut, harte Schläge kann sie nicht ab, da schlägt sie durch. Allerdings hat es einige Macken. Als erstes musste ich das Hinterrad, dann das Vorderrad neu einspeichen lassen bzw Speichen komplett neu befestigen, die V-brakes vorn machten zwischendurch fürchterliche Geräusche, da müsste ich die Felgen abschleifen und die Gummi-Reste entfernen und heute habe ich Tretlager erneuert, welches man wirklich als billig bezeichnen kann. Insgesamt hat mich das Fahrrad jetzt in zwei Jahren und ca 500 -700km um die 170 Euro zusätzlich gekostet. Ich hab keine Lust auf diesen Garantie-kram. Jetzt stellt sich mir die Frage, in wie weit zum Bsp ein Cube Einsteiger Cross Fahrrad, dass es zur Zeit im Sale für 359 tatsächlich besser ist, oder ob die Komponenten dann auch so schnell den Geist aufgeben. Vielleicht weiß da jemand bescheid.

    MFG Andreas

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